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Markgraf Georg Wilhelm (1678-1726)

Der Bayreuther Markgraf war einerseits erfolgreicher Kriegsherr, andererseits auch Musenfürst. Besondere Vorliebe hegte er für den Karneval, für Opernaufführungen und das Theater. Sein liebstes Bauprojekt war die Planstadt St. Georgen

Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth (regierte 1712-1726) gründete St. Georgen bereits 1702 als Erbprinz. Er kam am 16. November 1678 zur Welt, seine Eltern waren Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth und Sophie Luise, eine ehemalige Prinzessin von Württemberg.

Georg Wilhelm war deren einziger männlicher Nachkomme. Der ehrgeizige Christian Ernst erstrebte für den Sohn vor allem militärische Auszeichnungen. Der Erbprinz besuchte deshalb auch keine Universität, sondern wurde nur am Bayreuther Gymnasium ausgebildet. Für die Erweiterung seiner Kenntnisse sorgte eine für Angehörige des Hochadels übliche Kavalierstour. Georg Wilhelm bereiste 1695 inkognito mit einem recht ansehnlichen Gefolge für ein Jahr protestantische Länder und Fürstenhöfe. Besonders beeindruckt war er von seinem Aufenthalt bei Wilhelm III. von Oranien in Den Haag. Ihm folgte er nach England, wo ihm der Oranier mehrfach Audienz gewährte. 1696 trat der Erbprinz die Rückreise an, die ihn an einen Kriegsschauplatz, nämlich zur Reichsarmee an den Rhein führte. Dort befehligten sein Vater und Prinz "Luis" von Baden die kaiserliche Armee gegen Frankreich.

Im Jahr 1702 wurde ihm sein militärischer Ehrgeiz beinahe zum Verhängnis: während des Spanischen Erbfolgekrieges erlitt er in der Schlacht von Landau so schwere Verletzungen, dass sie ihn zeitlebens plagen sollten. Dennoch unterstützte er den Kaiser bis zum Ende des Krieges unverdrossen. Seine militärischen Ambitionen wurden entsprechend honoriert, bei Kriegsende (1714) konnte er sich dreifacher Generalfeldmarschall nennen, im fränkischen Kreis, in Polen unter seinem Schwager August dem Starken und im Reich Kaiser Karls VI. Er war bis dato ausreichend militärisch geehrt worden, um sich aus dem Kriegsdienst für Kaiser und Reich zurückzuziehen.

Georg Wilhelm hatte nicht nur militärische Interessen, sondern auch kulturelle, die von seiner Frau Sophie, geborene von Sachsen-Weißenfels, unterstützt wurden. Er gab immerhin sechs Theaterbauten in Auftrag, in denen er während seiner relativ kurzen Regierungszeit über 50 Opern, Singspiele, Serenaden und Maskeraden aufführen ließ. Besondere Vorlieben hegte er für die deutschsprachige Oper und für den Karneval.

Als sein Vater 1712 starb, hinterließ er ihm als seinem Nachfolger vor allem leere Staatskassen. Um die Schuldenlast der Markgrafschaft zu verringern, begann Georg Wilhelm mit Einsparungen bei den Hofkünstlern. Auch die Gründung einer Manufaktur für Fayencen im Jahr 1716 sollte dazu beitragen, die Finanzlage zu verbessern. Zahlreiche und außerordentlich opulente Karnevalsfeiern, die in der relativ jungen Nebenresidenz Neu-Erlang (Erlangen) stattfanden, dienten auch dazu, konsumfreudige Besucher anlocken.

Die rege Bautätigkeit, die sein Vater begonnen hatte, setzte Markgraf Georg Wilhelm trotz anhaltender Finanzkrise fort.Historisches Stadtmodell von St. Georgen, Alexander Wild Während sein Vater den Schwerpunkt auf die großen Stadtresidenzen Bayreuth und Erlangen gelegt hatte, richtete Georg Wilhelm sein Hauptaugenmerk auf repräsentative Anlagen außerhalb der Stadt. Seine bedeutendsten Hinterlassenschaften sind die Erbprinzenresidenz St. Georgen am See, zu der sich ab 1702 eine eigene Planstadt gesellen sollte und die Eremitage. Diese Einsiedelei wurde ab 1715 in dem ehemaligen Tiergarten bei St. Johannis errichtet. Sie bestand aus einem Schloss, einer Gartenanlage und Eremitenhäuschen.

1705 gründete Georg Wilhelm einen eigenen Ritterorden, "L'Ordre de la Sincérité", mit dem Hauptsitz in St. Georgen. Markgraf Georg Wilhelm verstarb bereits 1726 mit nur 48 Jahren und hinterließ keinen männlichen Erben. Viele seiner Pläne konnten deshalb nicht verwirklicht werden.

Zur Eremitage