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Die Ordenskirche

Die Ordenskirche erhielt ihren Namen von dem Ritterorden "l`Ordre de la Sincérité". Sie diente während der gesamten Markgrafenzeit als Versammlungsort der Ordensritter. Überdies war sie von Anfang an die protestantische Pfarrkirche des Viertels.

Der Grundstein für die Ordenskirche in St. Georgen wurde im Jahr 1705 inmitten der neuen Häuserzeile St. Georgen gelegt. Die Pläne stammen von noch dem Hofarchitekten Antonio de la Porta, den Gottfried von Gedeler nach seinem Tod 1702 ablöste. Ausführender Maurermeister war Johann Jakob Weiß. Die Einweihung des Kirchenbaus erfolgte bereits 1711.

Die Kirche hat eigentlich zwei Namen und erfüllte mehrere Funktionen. Als Ordenskirche ist sie sakraler Versammlungsort des von Georg Wilhelm 1705 gegründeten Ritterordens "Ordre de la sincérité". Unter seinem Nachfolger Georg Friedrich Karl wurde der Orden dem Brandenburgischen Roten Adler Orden angegliedert. Die Ordensritter trafen sich stets am Georgstag (13. November) zu einem gemeinsamen Festgottesdienst in der Kirche. Der zweite Name ist Sophienkirche, nach der Mutter des Markgrafen, Sophie Luise, einer ehemaligen Prinzessin von Württemberg. Markgräfin Sophie Louise, die 1702 verstorben war, hatte Unabhängigkeitsstrebungen des Erbprinzen stets unterstützt, so auch den Kirchenbau. Die Ehefrau Georg Wilhelms hieß ebenfalls Sophie, um auch sie als Namensgeberin der Kirche aufzunehmen, wurde einige Monate nach der ersten Grundsteinlegung eigens ein zweiter Grundstein eingemauert. Er trägt den Namen der späteren Markgräfin Sophie und der gemeinsamen Tochter Christiane Sophie Wilhelmine.

Somit waren bereits zwei Funktionen der Kirche festgelegt: sie diente als Treffpunkt der Ordensritter und war zugleich ein Ort höfischer Repräsentation des Erbprinzen und späteren Markgrafen mit seiner eigenen Familie.Innenraum Ordenskirche Außerdem diente und dient die Ordenskirche als evangelische Pfarrkirche für die Bürger St. Georgens. Die Kirche ist im Grundriss ein klassisches griechisches Kreuz, wobei der westliche und östliche Kreuzarm etwas kürzer sind, als die nach Süden und Norden. Der Außenbau ist, wie alle Bauten unter Markgraf Georg Wilhelm unverputzt in schlichtem Sandstein gehalten. Die Fassade ist streng und fast ohne Bauzier, die Architektur elegant und schlicht. Die Mitte betont ein stark plastisch hervortretender Risalit über drei Fensterachsen. Das Kirchenportal flankieren vornehme gedoppelte Säulen auf hohen Sockeln, die einen gesprengten Giebel tragen. Das Ensemle wird hinterfangen von sehr hohen Pilastern, den Abschluss bildet ein Segmentbogen. Die Fenster der Kirche sind auffallend groß und sorgen für viel Helligkeit im Inneren

Der Innenraum präsentiert sich in festlich höfisch in Rosa- und Weißtönen. Ab 1710 fertigte der aus Lugano stammende Bernardo Quadri den schweren barocken Stuck. Deckenfresko Gabriel Schreyer Taufe Christi

Die Deckengemälde schuf der Bayreuther Hofmaler Gabriel Schreyer, das zentrale Fresko zeigt die Taufe Jesu, in den Eckkartuschen sind Christus am Ölberg, die Kreuzigung, sowie Auferstehung und Himmelfahrt dargestellt. Prachtvoll ist sowohl die Markgrafenloge gegenüber dem Hochaltar, als auch die Kanzel des Hofbildhauers Elias Räntz. Die Decke der Loge ist, gemäß ihrer Funktion, mit weltlichen Emblemen geschmückt, die auf die persönlichen Lebensmotti des Markgrafen verweisen. Auch die Predigerkanzel ist nicht rein sakral, am Kanzelkorb sind das Wappen der Brandenburgischen Hohenzollern und der brandenburgische Rote Adler angebracht. An den markgräflichen Ritterorden erinnern in der Kirche außerdem und unübersehbar die unzähligen Wappentafeln der jeweiligen Ordensritter, die an jedem freien Platz angebracht sind. Allein 52 von ihnen stammen aus der Zeit Georg Wilhelms, der Rest hat sich bis zum Jahr 1796, als der St. Georgener Orden aufgelöst wurde, angesammelt.

Die Ordenkirche ist heute Pfarrkirche und wird dank ihrer guten Akustik auch immer wieder als Konzertsaal genutzt. Seit 2002 ist sie komplett restauriert und erstahlt in altem Glanz.