Logo  Schloss

Auf dem besten Weg zu einer Insel der Seligen

Markgraf Georg Wilhelm ließ eine kreisrunde Insel im Brandenburger Weiher anlegen. Vom Schloss aus gelangte man über einen langen Steg zum sternförmigen Garten der Insel. Im Jahre 1775 wurde der Weiher abgelassen und die Fläche bebaut. Heute erinnern nur noch Straßennamen an einstmals glanzvolle Zeiten.

Zum Gebiet St. Georgens gehört ein Distrikt, der sich Insel nennt. Beherrscht wird die Insel von hohen, drahtigen Gefängnismauern. Die Mauern trennen den Stadtteil im Stadtteil von der markgräflichen Schlossanlage und dem barocken Stadtgründungskern. Nicht zuletzt die Mauern tragen dazu bei, dass das Viertel als sozialer Brennpunkt gilt.

Auch baufällige Häuserzüge und leer stehende Industriebrachen bestimmen das Straßenbild. Die Insel war ehemals Wohnquartier für Angestellte und Industriearbeiter. Wegen des schlechten Standards der Sozialwohnungen verkam das Viertel in den letzten Jahrzehnten zu einer Adresse für soziale Randgruppen. Da örtliche Industrieanlagen und Geschäftsbetriebe nach und nach schlossen, war die traditionelle Mieterschaft zudem von Arbeitslosigkeit betroffen.

Sanierte Häuserzeile Aus diesem Grund schenkt das Projekt Soziale Stadt der Insel besondere Aufmerksamkeit. Es zielt auf Verbesserung der Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse. Schritt für Schritt werden die Wohnungen modernisiert. Die Stadt bemüht sich um Ansiedlung junger Familien und einkommensstärkerer Schichten. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch Initiativen wie Integrations- und Sprachkurse oder Hausaufgabenbetreuung.

Auch im kulturellen Bereich wird einiges getan. Jährlich findet ein Kulturprogramm statt, in regelmäßigen Abständen macht ein mobiles Kino Station. Ein neu gebautes Nachbarschaftshaus ist Treffpunkt für alle Bewohner der Insel. Dort finden Beratungen oder Fortbildungsmaßnahmen statt.

IndustriebracheIm Viertel beginnt sich Aufbruchstimmung breit zu machen. Immer häufiger sieht man frisch sanierte Häuserfassaden. Die Menschen räumen auf und wagen einen Neuanfang. In versteckten Hintergärten grillen die Bewohner an lauen Abenden. Und neben alten Industriebrachen blühen prächtige Blumenfelder. Stellt man sich nun die Insel ohne Gefängnismauern und Stacheldraht vor, könnte ein Stück Idylle einkehren.

 

Bewohner von St. Georgen kommen zu Wort