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Zur Geschichte St. Georgens

Markgraf Christian Ernst genehmigte seinem Sohn Georg Wilhelm 1702 den Bau einer eigenen Planstadt mit dem Namen St. Georgen. Schutzpatron war der protestantische Heilige Georg. 1705 gründete Erbprinz Georg Wilhelm in seiner neuen Stadt einen Ritterorden, dem er ein Schloss und eine Kirche widmete.

Der Gründer von St. Georgen am See war Erbprinz Georg Wilhelm von Brandenburg- Bayreuth (regierte 1662-1712). Er ließ ab 1701 außerhalb der Stadtmauern zunächst eine eigene Prinzenresidenz am sogenannten "Brandenburger Weiher" erbauen.1702 erhielt Georg Wilhelm von seinem Vater Markgraf Christian Ernst (regierte 1661-1712) die Genehmigung, eine Stadt zum Schloss anlegen zu lassen.

Für Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth bedeutete St. Georgen die zweite Stadt- und Residenzgründung in seiner Regierungszeit, hatte er doch bereits 1686 mit "Neu-Erlang", dem heutigen Erlangen, eine barocke Planstadt errichten lassen.

Stadtmodell St. Georgen, Alexander Wild 1702 entstanden die ersten der insgesamt 24 Typenhäuser entlang des Straßenzuges St. Georgen. Ein Jahr später war Baubeginn für sechs Matrosenhäuser am See, die "Matrosen" wurden für maritime Spiele gebraucht. 1705 ließ Georg Wilhelm den Grundstein legen für eine eigene große Kirche zwischen den neugebauten Häusern, die sogenannte Ordenskirche. 1708 fügte man der neuen Häuserzeile in Richtung Innenstadt eine Kaserne hinzu, für die markgräflichen Soldaten. 1712 starb Markgraf Christian Ernst und Georg Wilhelm übernahm die Regierung. 1715 ließ er einen Friedhof hinter der Ordenskirche anlegen. 1716 gründete Markgraf Georg Wilhelm eine eigene Fayencenmanufaktur. Idealansicht St. Georgen 1714, Kupferstich Paul Decker, BSB München

Ab 1722 wurde eine zweite Häuserzeile an der Markgrafenallee begonnen, das erste Bauwerk war das Prinzessinnenhaus, für die Tochter Georg Wilhelms. 1724 folgte schräg gegenüber ein Zucht- und Arbeitshaus, dem eine Marmorfabrik angegliedert wurde. Der zweite Straßenzug wurde nie vollendet, denn nur zwei Jahre nachdem die wichtigsten Bausteine einer kleinen eigenständigen Residenzstadt St. Georgen angelegt waren, starb Georg Wilhelm im Alter von nur 48 Jahren. Sein Nachfolger, Markgraf Georg Friedrich Karl (regierte1727-1735) war sparsam und interessierte sich wenig für die neue Stadt. Erst unter dem Musenpaar Friedrich (regierte 1735-1763) und Wilhelmine fand das neue Viertel wieder Beachtung. Friedrich gab St. Georgen eine eigene Stadtverfassung. Gegenüber der Ordenskirche wurde das Rathaus eingerichtet. Markgräfin Wilhelmine ließ vor allem die Eremitage komplett modernisieren, neue Bauwerke kamen hinzu. Nach dem Tod Friedrichs 1763 begann der Niedergang der barocken Fürsten- und Ordensstadt. 1775 wurde der Brandenburger Weiher abgelassen und die Fläche zunächst zum Tabakanbau genutzt. Die Manufakturen der Stadt erlebten allerdings eine Blütezeit, neben Fayencen wurde nun auch Pergament hergestellt, hinzu kamen Brillenschleifer und eine Spielkartenfabrik. Die Stadt St. Georgen verlor 1811 ihre Unabhängigkeit und wurde Bayreuth eingemeindet. Ab dem 19. Jahrhunderts siedelte sich modernere Industrie an und veränderte den Charakter St. Georgens nachhaltig.